Forschungsbau Nanoskopie, Universität Regensburg

Meilenstein in der Nanoskopie: An der Universität Regensburg entsteht ein neuer Forschungsbau – das Regensburger Zentrum für ultraschnelle Nanoskopie (RUN), in dem Wissenschaftler innovative Verfahren zur Erforschung des Nanokosmos entwickeln. Den Rohbau errichtet JR.

Forschungsbau Nanoskopie Luftaufnahme bei Betonagearbeiten Bodenplatte

Forschung braucht Raum. Damit die Universität Regensburg ihre internationale Spitzenposition weiter ausbauen kann, reichen Top-Wissenschaftler allein nicht aus. Fehlt die Infrastruktur für notwendige Forschungsflächen sind die Wissenschaftler in ihren Möglichkeiten beschränkt. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags unterstützt daher den Neubau des RUN. Die Josef Rädlinger Unternehmensgruppe verrichtet die Rohbauarbeiten. 

 

Individuelle Lösungsansätze für komplexes Bauvorhaben 

„Der Neubau des RUN ist eine sehr vielfältige und spannende Aufgabe, die aber mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Durch unsere individuellen und innovativen Lösungsansätze konnten wir einen wichtigen Schritt in Richtung Projektumsetzung gehen“, erklärt Bauleiter Florian Heigl die Komplexität des Bauvorhabens, das unter anderem aufwendige Rohbauarbeiten, Spezialtiefbauarbeiten sowie Bodenstabilisierung umfasst.  

 

Zwei Baukörper bilden einen Gebäudekomplex

Der Gebäudekomplex besteht aus zwei nebeneinanderstehenden Baukörpern, die durch eine Bauteilfuge voneinander getrennt sind. In dem einen Gebäudeteil sind auf zwei Etagen Büros, Labore sowie Seminar- und Konferenzräume vorgesehen. Über eine Treppe gelangt man über die Bauteilfuge, welche Bewegungen bis sieben Zentimeter ausgleicht, in den anderen Baukörper – den Präzisionslaborbereich, der komplett unterirdisch ist.

 

Erschütterungsschutz in den Präzisionslaboren

Die hochauflösenden Mikroskope im Präzisionslaborbereich machen es den knapp 100 Wissenschaftlern aus über 20 Forschungsgruppen verschiedenster naturwissenschaftlicher Fachgebiete möglich, den uns umgebenden Nanokosmos durch Bewegtbilder in Superzeitlupe zu beobachten und zu visualisieren. Damit die Messergebnisse so gering wie möglich durch die Umgebung beeinträchtigt werden, muss das Gebäude einen hohen Erschütterungsschutz aufweisen. Daher wird der Präzisionslaborbereich mit einer Raumhöhe von über sechs Metern komplett unterirdisch in eine circa elf Meter tiefe Erdgrube gebaut und mit einer 1,2 Meter dicken Betonplatte bedeckt.

 

Schweres und massives Bauwerk

Aufgrund der hohen Bodenplatten- und Deckenstärke im Bereich von einem bis 1,2 Metern ist das Gebäude sehr massiv, was den Einsatz von aufwendigen Schalungs-Tragkonstruktionen sowie langsam erhärtendem Beton zur Sicherstellung der Rissbreitenbegrenzung bedarf. Die Experten der JR Unternehmensgruppe passen in Zusammenarbeit mit Tragwerksplanung, Betonlieferant, Betonlaborant und Projektleitung die Betonrezeptur an, um die Hydratationswärmeentwicklung gering zu halten. Verwendet wird ein langsam abbindender CEM III-Zement. Für die Bodenstabilisierung kommt das CSV-Verfahren zum Einsatz. Circa 3 000 CSV-Säulen vernadeln den Boden und verbessern so dessen Tragfähigkeit.   

 

Zugang zum Gebäude über Campus 

Lokalisiert ist der Forschungsbau im Süden des Regensburger Universitätscampus – am Knotenpunkt der Fakultäten Physik, Biologie / Vorklinische Medizin und Chemie / Pharmazie. Um den interdisziplinären Charakter des Gebäudes und kurze Wege für Mitarbeiter und Studenten zu gewährleiten, ist das Gebäude vom Campus aus zugänglich und mit den Fakultäten verbunden.

JR Mitarbeiter:

30 bis 40

Fläche pro Etage:

 50 x 25 Meter

Verbauter Beton:

8 000 Kubikmeter

Betonstahl:

 2 000 Tonnen

Bodenplatten- und Deckenstärke:

1 bis 1,2 Meter

Raumhöhe:

 Über 6 Meter

Tiefe Baugrube:

11 Meter

 

Luftaufnahme Betonage Bodenplatte
JR Mitarbeiter bei Betonagearbeiten
Forschungsbau Nanoskopie Universität Regensburg: Bodenplatte aus Beton
JR Kran in Froschperspektive