Steilhangspülbohrung, Waldenbuch

JR-Teams der Horizontalspülbohrer, Netzbauer und Tiefbauer arbeiten Hand in Hand.

Josef Rädlinger Steilhangspülbohrung bei Waldenbuch

Über einen Rahmenvertragspartner, einem der Energieversorger in Baden-Württemberg, hatten die Spülbohrer der Sparte Netzbau Ende des letzten Jahres ein Angebot für ein Gasleitungsprojekt in Waldenbuch, der Heimatstadt der Ritter-Sport-Schokolade abgegeben. Anfang des Jahres 2020 erhielten sie dann den Zuschlag.

Die Trasse für dieses Projekt begann am Ende des Industriegebietes Bonholz in Waldenbuch und verlief bis in die Hauptstraße im Ortsteil Glashütte. Die Spülbohrung selbst machte davon nur einen kleinen, aber sehr speziellen Anteil aus. Gebohrt wurde ein Steilhang, welcher zwischen dem Industriegebiet Bonholz und dem Ortsteil Glashütte verlief. Die Spülbohrkolonne hatte die Aufgabe eine gesteuerte Horizontalspülbohrung samt Einzug eines Gasleitungsrohres DA160 mit einer Gesamtlänge von circa 177 Metern herzustellen. Zusätzlich mussten sowohl eine Start- und Zielgrube als auch die Standfläche für das mobile Recyclingsystem erstellt werden.

Im Vorfeld zur Spülbohrung verlegten die Netzbau-Kollegen bereits die Gasdruckleitung von der Bonholzstraße in Richtung der HDD-Startgrube. Während der Spülbohrung wurde im Zielbereich im offenen Tiefbau bereits weiter diese Leitung verlegt. Im Nachgang zur Spülbohrmaßnahme wurde der Lückenschluss durch die JR-Tiefbauer erledigt.

Eine besondere Herausforderung für die Horizontalspülbohrung war die Bekanntgabe, dass bestimmte Flurstücke weder benutzt, noch befahren werden durften. Deswegen mussten bei dem Projekt auch diverse Radien gebohrt werden. Neben dem extremen Höhenunterschied zwischen Startgrube und dem tiefsten Punkt der Bohrung von mehr als 35 Metern erfolgte der Einstich zudem in einem 35° Winkel zur Zielgrube.

In der Senke der Bohrtrasse befanden sich außerdem zwei Wasserdurchlässe, welche auch unterbohrt werden mussten. Das Gelände hin zur Zielgrube stieg danach wieder um etwa sechs Meter an, was einem einfachen Auftauchen des Bohrkopfes wieder entgegenwirkte. Geologisch traten dort sehr rau- und grobkörnige, harte, grün-graue und sehr dickbankige Sandsteine mit Druckfestigkeiten zwischen 160 - 180 MPa und hoher Abrasivität auf, welche nur mit einer entsprechenden Felsbohranlage gebohrt werden konnten.

Darüberhinaus stieß die Bohrmannschaft während der Bohrung immer wieder auf stark quellende Tonschichten, welche den Bohrstrang verklebten und drohten ihn zu klemmen. Als Sofortmaßnahme wurde das Mischverhältnis der Bohrsuspension durch das ausgebildete Personal angepasst, sodass die Bohrung entsprechend der Vorgaben fertiggestellt werden konnte. Zum Abschluss wurde aufgrund des vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Rohres in Verbindung mit den extremen Radien der Bohrung ein zusätzlicher Aufweitvorgang mit einem Durchmesser von 380 Millimetern durchgeführt.

Durch den für solch spezielle Bohrungen sehr hohen Spülungsbedarf setzte das Team auf den Einsatz des eigens entwickelten mobilen Recyclingsystems. So konnte ein Kreislauf zwischen Startgrube, Recyclinganlage und Systemtruck erstellt werden, welcher den Einsatz von Verbrauchsstoffen auf ein notwendiges Minimum reduzierte. Die JR-Dreimannkolonne war für diese Maßnahme zwei Wochen vor Ort in Waldenbuch.

Von Seiten des Energieversorgers sprachen sowohl der Baukoordinatior als auch der Projektierer dieses Bauvorhabens ein Lob aus, dass diese schwierige Bohrung so reibungslos und professionell abgewickelt wurde.

  • Rau- und grobkörnige, harte, grün-graue sowie sehr dickbankige Sandsteine
  • stark quellende Tonschichten
  • Bohrung diverser Radien
Josef Rädlinger Steilhangspülbohrung bei Waldenbuch
Josef Rädlinger Steilhangspülbohrung bei Waldenbuch