Eine 210 Meter lange Stromtrasse unter einem Bachbett verlegen – ganz ohne Bagger und offene Gräben. In der Gemeinde Stulln im Landkreis Schwandorf setzte das JR Team auf moderne Bohrtechnik.
Wenn es um den Ausbau der Energieinfrastruktur geht, sind oftmals umfangreiche Erdarbeiten und offene Gräben die Regel. In Stulln wurde sich jedoch bewusst für eine andere Vorgehensweise entschieden: Dort setzte das JR Netzbau-Team im Auftrag der Bayernwerk Netz GmbH auf eine grabenlose Lösung – die Horizontalbohrtechnik. Mit diesem Verfahren wurde eine neue 20-kV-Trasse von Grafenricht nach Stulln verlegt, die das Ortsnetz langfristig stärkt.

Die neue Leitung musste den Hüttenbach, ein oberirdisches Gewässer zweiter Ordnung, queren. Eine besondere Auflage der Unterwasserbehörde Weiden lautete: Gewässer und Grünflächen müssen weitgehend unberührt bleiben. Für die Verantwortlichen stand schnell fest, dass nur eine Spülbohrung in Frage kam.
„Gerade in ökologisch sensiblen Bereichen, wie bei dem Projekt in Stulln, können wir mit der Horizontalbohrtechnik zeigen, wie nachhaltiger Netzbau funktioniert.“
Auf 210 Metern Länge zog das JR Team ein Kabelschutzrohr mit 250 Millimeter Durchmesser ein. Der kiesige Boden forderte die Kolonne heraus. Doch mit einer exakt abgestimmten Bentonit-Bohrspülung ließ sich das Bohrloch stabilisieren und das Rohr sicher einziehen. Um in Echtzeit die exakte Position und Neigung des Bohrkopfes anzuzeigen, kam ein digitales Messsystem zum Einsatz.
