Wir bauen für die Energiewende: SuedOstLink

Bauzeit: 2024 - 2028

Aufnahme der Bauarbeiten aus der Luft des SuedOstLinks (Kooperation mit TenneT)
Portrait Michael Holmeier, Regionalleiter Tiefbau Überregional Südbayern, Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH
Michael Holmeier

Regionalleiter Tiefbau Überregional Südbayern

45

JR Mitarbeitende
(sowie ca. 45 von MAX STREICHER)

2.000.000

Quadratmeter Oberbodenabtrag
und -auftrag (inkl. Rekultivierung)

45

Kilometer Neubau
unterirdischer Stromtrasse

350.000

Kubikmeter Grabenaushub
und Wiederverfüllung

SuedOstLink nimmt Gestalt an! Das JR Team baut in einer ARGE mit MAX STREICHER rund 45 Kilometer der unterirdischen Stromtrasse – etwa die Hälfte davon im umweltschonenden Pflugverfahren.

Mit SuedOstLink soll eines der größten Netzinfrastrukturprojekte Deutschlands entstehen. Ziel der unterirdischen Stromtrasse ist es, erneuerbare Energien aus dem windreichen Norden Deutschlands nach Bayern zu transportieren, aber auch Sonnenstrom aus Bayern in den Norden.

Bauabschnitt Da3 – von Regensburg bis Landshut

Im Auftrag des Netzbetreibers TenneT realisieren die JR Teams aus den Bereichen Tief- und Ingenieurbau gemeinsam mit ARGE-Partner MAX STREICHER den Bauabschnitt D3a. Er verläuft auf einer Länge von rund 45 Kilometern zwischen Pfatter im Landkreis Regensburg und der A92 bei Landshut. Dort wird eine 525-kV-Gleichstrom-Höchstspannungsleitung als Erdkabel verlegt.

Vogelperspektive der Bauarbeiten mit drei KabelnBaggern und verlegten des SuedOstLinks

Für jeden Fall die richtige Verlegetechnik

Für die Verlegung der Kabelleerrohre kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz: rund 20 Kilometer werden im umweltschonenden Pflugverfahren, etwa 21,5 Kilometer in offener Bauweise und circa 3,5 Kilometer in geschlossener Bauweise in Form von HDD-Spülbohrungen bzw. Rohrvortrieb (Microtunneling) realisiert.

In Bauabschnitt D3a sind die Bedingungen für den Einsatz des Pflugverfahrens besonders günstig: Die Böden sind ausreichend feucht, weder zu steinig noch zu hart und die Trasse verläuft relativ gerade mit nur geringen Steigungen oder Gefällen. Daher werden – in Ergänzung zur herkömmlichen offenen Bauweise – rund 20 der 45 Kilometer langen Trasse mit dem effizienteren und umweltschonenden Pflugverfahren realisiert.

Das Pflugverfahren ist jedoch nicht überall einsetzbar – zum Beispiel bei ungeeigneten Bodenverhältnissen oder Bestandsinfrastruktur. Aus diesem Grund identifiziert das Kernteam im Abschnitt die Bereiche, in denen der Pflug zum Einsatz kommen kann.

Zusatzauftrag Archäologie

Ergänzend zu den Tiefbauarbeiten führen die ARGE-Partner JR und MAX STREICHER auch die Erdarbeiten für die archäologische Baufeldfreimachung aus. Dabei werden über den gesamten Trassenabschnitt rund 80 Archäologen von etwa 15 Kettenbaggern unterstützt. Ziel ist es, mögliche archäologische Funde systematisch zu sichern, bevor die Tiefbauarbeiten beginnen.

Kabelpflug beim Herstellen eines Grabens und Einführen von zwei Leerrohren für Glasfaser in den Graben
Gut zu wissen

Das Pflug-
verfahren

Etwa die Hälfte der Trasse in Bauabschnitt Da3 entsteht im Pflugverfahren – einer besonders effizienten und bodenschonenden Bauweise. Dabei öffnet ein Kabelpflug in einem Arbeitsgang den Graben, zieht das Leerrohr ein und verschließt den Boden direkt wieder. Dadurch entfallen aufwendige Aushub- und Rückverfüllarbeiten.

Die Vorteile gegenüber der offenen Bauweise: kürzere Bauzeiten, weniger Maschinenbewegungen und minimale Eingriffe in die Natur. Die Bodenstruktur bleibt weitgehend erhalten und die Flächen sind nach Abschluss der Arbeiten schneller wieder nutzbar.

SuedOstLink – zwei Vorhaben, eine Leitung

SuedOstLink ist eine Gleichstromverbindung, die gemäß Bundesbedarfsplan aus zwei Vorhaben besteht. Vorhaben 5 verläuft von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt bis nach Isar bei Landshut und soll ab 2027 in Betrieb gehen. Vorhaben 5a beginnt in Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern und führt ebenfalls nach Isar – die Inbetriebnahme ist für 2030 geplant.

Beide Leitungen sollen Windstrom aus dem Norden und Osten Deutschlands in den Süden, aber auch Sonnenstrom aus Bayern in den Norden transportieren und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und Versorgungssicherheit leisten. Die Übertragungskapazität beträgt jeweils rund zwei Gigawatt pro Vorhaben. Der geplante bayerische Abschnitt wird vollständig als Erdkabel realisiert: Auf rund 270 Kilometern sollen vier Kabel in zwei parallel verlaufenden Gräben verlegt werden.

Da SuedOstLink die Netzgebiete von TenneT und 50Hertz quert, realisieren beide Übertragungsnetzbetreiber das Vorhaben gemeinsam. 50Hertz verantwortet die Abschnitte in den neuen Bundesländern, TenneT ist für Bayern zuständig.

Detailaufnahme eines Baggers auf der Baustelle des SuedOstLinks
Detailaufnahme eines Stromkabels auf der Baustelle des SuedOstLinks
Aufnahme einer erdeausleerenden Baggerschaufel auf der Baustelle des SuedOstLink
Aufnahme eines Baggers von der Seite hinten auf der Baustelle des SuedOstLink

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