Manchmal läuft ein Bauprojekt anders als geplant. Und genau das kann zum Erfolgsrezept werden – wie am Hafen Straubing-Sand, wo aus einer technischen Herausforderung ein Vorzeigeprojekt wurde: Statt Beton kam eine innovative Asphaltbauweise zum Einsatz.
Eigentlich war für das 18.500 Quadratmeter große Areal des KV-Terminals, auf der Container zwischen Bahn, Schiff und Lkw verladen werden, eine Betonfläche vorgesehen. Doch die extreme Belastung durch schwere Reach-Stacker und übereinander gestapelte Container machte ein Umdenken notwendig. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Schäfer Consult und Total Energies, ein Lieferant von Spezialprodukten für den Straßen- und Asphaltbau, entstand ein maßgeschneidertes Asphaltkonzept, das mit einem Spezialbindemittel umgesetzt wurde. Das Bindemittel ist mit Wachs modifiziert, um eine besondere Steifigkeit zu erreichen.
Der Einbau der Fläche durch das Team des JR Asphaltbaus erfolgte in zwei Etappen: Zuerst wurde im November 2024 die 14 Zentimeter dicke Tragschicht eingebaut, im Mai bzw. Juni 2025 schließlich die sechs Zentimeter dicke Deckschicht. Doch nicht nur die Materialien, auch die Sorgfalt beim Einbau machte den Unterschied: Temperaturmessungen, Schichtdickenkontrollen und ein spezielles Walzverfahren sorgten dafür, dass die Qualität stimmt. Mit Verdichtungswerten von über 99 Prozent wurde so eine robuste Fläche geschaffen, auf der auch in den kommenden Jahrzehnten die Container zuverlässig und sicher bewegt werden können.
Die Entscheidung für die Asphaltbauweise war nicht nur technisch die richtige Entscheidung, sie punktet auch in Sachen Nachhaltigkeit. Der Ansatz erfüllt höchste Umweltstandards und enthält keine carbonathaltigen Zuschlagstoffe. Damit ist das KV-Terminal im Hafen Straubing-Sand nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig für die Zukunft aufgestellt.
