Ein 150 Jahre alter Bahntunnel wird ersetzt: Zwischen Bebra und Sontra entsteht bis 2028 ein neues und modernes Bauwerk. JR übernimmt innerhalb der vierköpfigen ARGE im Auftrag der DB InfraGO AG umfangreiche Bauarbeiten.
Der Cornberger Tunnel im hessischen Werra-Meißner-Kreis ist seit fast 150 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Nord-Süd-Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Göttingen. Der Tunnel wurde zwischen 1872 und 1875 erbaut und am 31. Oktober 1875 in Betrieb genommen. Heute zeigt sich jedoch: Das historische Bauwerk hat – aufgrund von Schäden, die die Sicherheit und weitere Nutzung gefährden – seine Lebensdauer erreicht.
Um die Verfügbarkeit der wichtigen Bahnstrecke auch weiterhin zu sichern, hat die DB InfraGO AG den Neubau des Tunnels in südlicher Parallellage beschlossen. Während das alte Bauwerk nach seiner Verfüllung teilweise als Lebensraum für Fledermäuse erhalten bleibt, entsteht auf einer Länge von 681 Metern ein zweigleisiger Tunnel, der den steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und die Sicherheit im transeuropäischen Schienennetz gerecht wird.

Die vierköpfige Arbeitsgemeinschaft, die – neben der Josef Rädlinger Unternehmensgruppe – drei weitere Partner umfasst, führt im Rahmen der Vergabeeinheit 01 umfangreiche Baumaßnahmen am Cornberger Tunnel aus.
JR übernimmt dabei gemeinsam mit der Firma Stutz Erd- und Ingenieurbauleistungen – und die Zahlen sprechen für sich! Rund 3.000 Tonnen Asphalt, 25.000 Tonnen Frostschutzmaterial und die Verwertung von 480.000 Tonnen Überschussboden für die Renaturierung stillgelegter Steinbrüche und Deponien zeigen die Dimension der Bauarbeiten. Als weitere ARGE-Partner realisieren die Firmen BEMO BAU und SUBTERRA den Tunnel- und Spezialtiefbau.
Die Lage des Cornberger Tunnels macht das Bauvorhaben besonders anspruchsvoll. Das Baugelände liegt in einem Waldgebiet, parallel zur Bundesstraße B27 und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Cornberg. Enge Platzverhältnisse am West- und Ostportal erfordern eine exakte Planung und hochpräzise Abläufe.
Hinzu kommt der hohe Koordinierungsaufwand innerhalb der ARGE. Vier Partner – JR, Stutz (Erd- und Streckenbau), BEMO BAU, SUBTERRA (Tunnel- und Spezialtiefbau) – bringen ihre Expertise ein. Die Abstimmung von Zeiträumen, Schnittstellen und Baufreiheiten ist dabei eine der größten Herausforderungen.

Voreinschnitte Neubau Portalbauwerke Ost und West
Neubau Portalbauwerke Ost und West (Kopfbalken, Aussteifungen)
Herstellung einer Irritationsschutzwand West
Anpassung Durchlass (km 179,119)
Lärmschutzwände (km 180,0+86 und 180,2+35)
Löschwasserleitung innerhalb des Tunnels sowie teilweise außerhalb des Tunnels inkl. Gründung und Herstellung Löschwassertank in Baugrube
Ertüchtigung bestehender Wege und Erstellen Zufahrten für die Baubereiche West und Ost
Koordination der Baustelle inkl. aller Auftragnehmer anderer Vergabeeinheiten