Durch den Holstein: Neubau eines Tunnels an der A44

2024 - 2030

Luftaufnahme im Herbst vom Neubau des Tunnel Holstein der A 44
Portrait Thomas Brandl, Technischer Leiter Verkehrswegebau, Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH
Thomas Brandl

Technischer Leiter Verkehrswegebau

85

Mitarbeitende (ARGE JR-Stutz)

85.000

Kubikmeter Oberbodenabtrag

22,6

km Kunststoffrohre für Entwässerung

2

km Stahlbetonrohre für Entwässerung

9.500

Tonnen Natursteinblöcke

965.000

Kubikmeter Erdabtrag in Einschnitten

3,2

km Schlitzrinne im Tunnel

Die Autobahn 44 wächst – und mit ihr eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Zwischen Sontra-West und der Talbrücke Riedmühle entsteht mit dem Tunnel Holstein ein 1,65 Kilometer langes Bauwerk. Mit von der Partie: die Josef Rädlinger Unternehmensgruppe.

Die A44 zwischen Kassel und Herleshausen ist ein Schlüsselstück der Verkehrsanbindung zwischen Ruhrgebiet, Kassel und Dresden. Als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 15 schließt sie eine wichtige Lücke im Netz der Bundesautobahnen.

1,65 Kilometer unter dem Holstein

Im Bauabschnitt 4.1 – südlich der Anschlussstelle Sontra-West – verläuft die Trasse durch den rund 460 Meter hohen Berg Holstein. Um dessen westliche Ausläufer zu unterqueren, wird der Tunnel Holstein mit einer Länge von rund 1,65 Kilometern aufgefahren. Ergänzt wird das Bauwerk durch Betriebsgebäude, Lüftungstrennwände, Löschwasser- und Auffangbecken sowie umfangreiche Verkehrsanlagen.

Bagger verlädt Schüttgut im Herbst vom Neubau des Tunnel Holstein der A 44
Neubau der A44 bei Wommen: Luftaufnahme von der neuen Autobahn, die über eine Brücke verlauft
Gut zu wissen

Neubau der A44 bei Wommen

Die A44 ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 15 „Autobahn A44 Kassel-Eisenach und A4 Eisenach-Görlitz“ und soll eine Lücke im Netz der Bundesautobahnen auf der Achse Ruhrgebiet-Kassel-Dresden zwischen der A7 bei Kassel und der A4 bei Wommen schließen.

Vier Partner – ein gemeinsames Ziel

Mit dem Tunnel Holstein entsteht nicht nur ein neues Stück Autobahn – es wächst auch ein Bauwerk, das sich durch Teamarbeit auszeichnet. Bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 arbeitet die DACH-ARGE – bestehend aus vier Firmen – an der Projektumsetzung. JR übernimmt dabei mit der Firma Stutz den Streckenbau, die Firmen BEMO TUNNELLING und SUBTERRA den Tunnelbau.

Komplexe Geologie und knapper Raum

Das Projekt ist durch besondere Rahmenbedingungen geprägt. So erfordert die geologische Komplexität im Tunnelbau aufgrund der Karstgebiete spezielle Baugrundverbesserungen. Hinzu kommt, dass die Bauabschnitte für Nord- und Südstrecke getrennt voneinander verlaufen müssen, was eine parallele Abwicklung notwendig macht. Erschwert wird die Umsetzung zudem durch die räumlich sehr begrenzten Flächen, die kaum Platz für Zwischenlagerungen bieten. Der Schlüssel, um diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, ist die enge Zusammenarbeit innerhalb der ARGE. Jeder der vier Partner bringt dabei seine Stärken ein – nur so kann die erfolgreiche Projektumsetzung gelingen.

Tunnelaufnahme innen vom Neubau des Tunnel Holstein der A 44
Luftaufnahme gesamt von oben im Herbst vom Neubau des Tunnel Holstein der A 44

Kalkstein wird zum Baustoff

Ein besonderes Augenmerk liegt auf ressourcenschonendem Bauen. So wird der beim Tunnelbau gewonnene Kalkstein direkt vor Ort zu Frostschutzmaterial aufbereitet und im Streckenbau wiederverwendet. Mit mobilen Brecher-, Sieb- und Dosieranlagen wird so ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft geleistet – bei gleichzeitiger Reduktion von Transporten und Emissionen.

„Der Erfolg dieses Großprojekts beruht auf der starken Zusammenarbeit innerhalb der ARGE. Jeder Partner bringt seine Stärken ein – genau das ermöglicht die erfolgreiche Projektabwicklung.“

Michéle Thoß, Oberbauleiter Verkehrswegebau Ost

Leistungen der ARGE JR-Stutz:

  • Ingenieurbauwerke: u. a. Unterführungen, Fundamente für Stützwände, Kollisionsschutzzäune, Lüftungstrennwände Tunnel

  • Erdarbeiten und Baugrund: u. a. Voreinschnitte Tunnel Holstein, Böschungssicherungen, Erdbau-, Entwässerungs- und Oberbauleistungen, Erdbau-Vorleistungen, Baugrundverbesserung in Karstgebieten

  • Wasser- und Entwässerungsanlagen: u. a. Regenrückhaltebecken, Retentionsbodenfilterbecken, Löschwasserbecken und Auffangbecken, Anlagen zur temporären Wasserhaltung

  • Tunnel-Nebenanlagen: u. a. Betriebsgebäude Tunnel Holstein

  • Betriebs- und Serviceeinrichtungen: u. a. Winterdienststützpunkt, Streugutsilos, Solelagertanks inkl. Pumpstation, Betriebsgebäude und Fahrzeughalle

  • Temporäre Baustraßen und Rampen

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