Die Biogasanlage Arnschwang setzt
neue Maßstäbe

Bauzeit: März 2024 - Oktober 2025

Panoramaaufnahme der Biogasanlage Arnschwang mit einer grünen Wiese im Vordergrund
Portrait Markus Heigl, Geschäftsführer Josef Rädlinger Fertigteile GmbH, Bereichsleiter Infrastruktur Regional / Hochbau, Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH
Markus Heigl

Geschäftsführer Josef Rädlinger Fertigteile GmbH, Bereichsleiter Infrastruktur regional / Hochbau

Portrait Andreas Schönberger, Geschäftsführer JR Netzbau und Elektrotechnik GmbH
Andreas Schönberger

Geschäftsführer JR Netzbau und Elektrotechnik GmbH

Im Gewerbegebiet von Arnschwang wurde vergangenes Jahr ein wichtiges Projekt für die regionale Energieversorgung umgesetzt: der Neubau einer Biogas-Einspeise- und Rückspeiseanlage direkt neben der bestehenden Biogasanlage.

Die Maßnahme, die von JR im Auftrag der MAX STREICHER Anlagentechnik GmbH realisiert wurde, gilt schon jetzt als eine der größten ihrer Art in Deutschland. Die neue Anlage kann bis zu 3.500 Kubikmeter Biogas pro Stunde verarbeiten und ins überregionale Erdgasnetz einspeisen – CO₂-neutral und effizient. Sollte das Ortsnetz die bereitgestellte Menge nicht aufnehmen können, wird das Gas über die Rückspeiseeinheit wieder in die Biogasanlage zurückgeführt. Die bauliche Umsetzung übernahm JR. Von der Planung über den Hoch- und Tiefbau bis hin zu den Außenanlagen wurde alles aus einer Hand realisiert.

Maschinenfundamente als Herzstück der Anlage

Besonders anspruchsvoll war die Herstellung der vier entkoppelten Maschinenfundamente für die Verdichter. Jedes Fundament erforderte rund 21 Kubikmeter Beton und musste absolut eben ausgeführt werden, um die hochsensiblen Verdichter sicher und vibrationsfrei zu tragen. Insgesamt wurden rund 600 Kubikmeter Beton und 30.000 Kilogramm Baustahl verbaut. Auch die Infrastruktur rund um das Gebäude wurde mit großer Sorgfalt umgesetzt: Eine beheizte Betonfahrbahn mit 105 Quadratmetern Fläche, ein 145 Meter langer Zaun sowie zahlreiche weitere Bauelemente sorgen für Funktionalität und Sicherheit.

Aufnahme des Gebäudes der Biogasanlage Arnschwang

Enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit

Ein besonderes Highlight sind die Türen vor den Verdichterräumen. Diese wurden eigens für dieses Projekt angefertigt. Ein einzelner Türflügel bringt stolze 500 Kilogramm auf die Waage. Für das JR Team war das Projekt in dieser Form neu und besonders anspruchsvoll. Technische Besonderheiten wie die funktionale Ausschreibung, festgelegte Ex-Zonen, die Gewährleistung der Gasdichtheit und ein aufwendiger Potentialausgleich stellten hohe Anforderungen. Trotzdem konnte die Umsetzung dank der engen, lösungsorientierten Zusammenarbeit mit Streicher und Bayernwerk problemlos erfolgen.

„Für alle Beteiligten war dieses Projekt eine echte Premiere. Die enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Streicher und Bayernwerk, die regelmäßige Unterstützung vor Ort und der respektvolle Umgang auf Augenhöhe haben das Bauvorhaben von Anfang an geprägt.“

Matthias Weichs, Oberbauleiter Hochbau

CO₂-neutrale Energie aus regionaler Biomasse

Die Anlage speist CO₂-neutral erzeugtes Biogas ins Erdgasnetz ein und ersetzt damit fossile Energieträger. Die Biomasse stammt größtenteils aus dem benachbarten Tschechien sowie von regionalen Landwirten. Das Biogas wird so aufbereitet, dass es zum Heizen oder als Treibstoff genutzt werden kann. Die gesamte Anlagentechnik wurde in 3D-Modellen geplant, aus denen die baulichen Ausführungspläne abgeleitet wurden. So konnte die komplexe Maßnahme präzise und effizient umgesetzt werden. Die Fertigstellung erfolgte im Oktober 2025. Schon jetzt ist klar: Die Biogasanlage Arnschwang ist ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Energieversorgung in der Region.

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